AMI Sopron 2011

Vernissage in Sopron 14. September 201 – Bericht|Report Sopron (AMI SOPRON)

Artists-in-Residence – Gabi Cseh und József Papp in Rudersdorf 

Info Ausstellung in Sopron September 2011:

Einladung – meghívó
Im Institut für angewandte Kunst (Sopron, Deák tér 32) wird am 14. September 2011 um 18:00 Uhr eine Ausstellung eröffnet.
Es wird eine Auswahl von den Werken von Cseh Gabriella, Papp József und ihren österreichischen Freunden:  Gia Simetzberger, Peter Simetzberger, Edi Simetzberger und Pete Simetzberger präsentiert.
Die Ausstellung wird vom Mészáros György, Kunstmaler/Institutsdirektor eröffnet.
Bei der Übersetzung hilft Németh Miklós.
An der Gitarre wirkt Varga Richárd mit.

József Papp, Keramikkünstler: www.pappart.hu
Gabriella Cseh, Emailkünstlerin: www.csehgabi.pappart.hu/
Edi Simetzberger, Grafik & Fotografie: http://ediart.wordpress.com
Pete Simetzberger, Grafik & Bronzeobjekte: http://petesim.wordpress.com
Peter Simetzberger, Edelstahl-Objekt – http://petersimetzberger.wordpress.com

Gast:

Rosmarie Primes, Bilder (Mischtechnik)  – keine Website vorhanden (Facebook) – Kurzvorstellung


Download: A4 – Die österreichischen TeilnehmerInnen:

 

Eine ungarisch-österreichische Künstlerfreundschaft

Ein bisschen Hintergrundinformation zur Austellung in Sopron

Ein fetter Nagel in einem klobigen Stein war der Auslöser für unsere erste Begegnung. „kö“ bedeute Nagel, „szeg“ Stein, daher der Name der Stadt, in der wir uns gerade befänden… So erklärte mir ein Künstler ernsthaft im Rahmen einer Vernissage im Köszeger Kunsthaus. Aktionskünstler, vermutete ich und lag im Grunde genommen völlig falsch, obwohl das mit der Aktion schon etwas auf sich hat, dazu unten mehr. Es entwickelte sich ein Austausch zwischen Herrn Papp und seiner ebenfalls künstlerisch tätigen Partnerin. Wie groß war mein Erstaunen, als sich herausstellte, dass sich József Papp eigentlich der Keramikkunst verschrieben hat und wahrlich fantastische Werke schafft, und dass seine Partnerin Gabriella Cseh sensible Email-Arbeiten herstellt, aber auch als Sängerin auftritt.

In Sopron kommt es im September 2011 zu einer ersten gemeinsamen Ausstellung, wobei unsere ungarischen Gastgeber ausdrücklich darauf bestehen, dass wir als Künstlerfamilie in Erscheinung treten. So werden also erstmals und vermutlich auch letztmals Objekte von gleich VIER Simetzbergern zu sehen sein. Vielleicht fällt auf, dass diese Ausstellung gar keinen Titel trägt. Nun, das ist wieder eine „interaktive Spezialität“ des gebürtigen Transsylvaniers József Papp, der die Idee hat, während der Ausstellung das Publikum zu befragen, wie sich diese Ausstellung nennen solllte. Wie schon bei früheren Ausstellungen wird József bei der Vernissage mit interaktivem Material anwesend sein, um die Gäste der Ausstellung zur Gestaltung eigener Kunstwerke zu bewegen.

Ja, was werden die vier Simetzberger beisteuern? Aus Kostengründen ist uns nur leichtes Gespäck möglich… Erstmals in einer Ausstellung zu sein ist ein Edelstahlobjekt von Peter Simetzberger (Jahrgang 1947), das an Sciene Fiction oder aber auch an Haushaltsgeräte erinnert, je nachdem, was ein Betrachter eher damit assoziert. Unser „Starkünstler“ Edi (Landessieger 2006) wird einige seiner Light Graffiti-Aufnahmen zeigen und etwas aus seiner Schwarz-Weiß-Grafikserie „Circles“. Der Jüngste der Gruppe, Pete, wird erst nach der Ausstellung 18… Er trägt zwei grafische Collagen bei, die als Ausgangsbasis ein keckes Acrylbild (im Original auf quadratischer Leinwand 40 x 40 cm und überwiegend kräftig gelb) benutzen. Pete war längere Zeit eher im Video-Bereich kreativ… und noch früher, als er noch die Volksschule besuchte, entstanden zahlreiche sehr originelle kleine Bronzefiguren. Für drei davon bekam Pete Simetzberger 2002 einen Anerkennungspreis beim burgenländischen Jugenkulturwettbewerb.

Es war nicht einfach für mich, eine Auswahl eigener Werke für die Ausstellung zu treffen. Nach einigem Überlegen entschloss ich mich, eine Serie neuer Grafiken zu präsentieren, von denen ich manche bisher nur in kleiner Gestalt als A6-Kunstkarten aufgelegt hatte bzw. die ich in A4-Format bei meinen Tagen der offenen Ateliertür im Frühjahr gezeigt hatte. Und um sozusagen einen Bogen zu spannen, habe ich die sehenswerten Frühwerke von Pete fotografisch eingefangen. Die Originalfiguren sind einige Zentimeter groß und wären daher für eine reguläre Ausstellung ungeeignet. Makroaufnahmen zeigen die fantasievolle Figurenwelt in einem anderen Perspektive. So sind also die „Winzlinge“ auf einmal doch ganz beachtlich – eigentlich in erster Linie Petes Beitrag, denn ich trete ja nur als Fotografin in Erscheinung.

Wir denken, damit einen kunterbunten Querschnitt in unser Nachbarland bringen zu können und sind schon sehr gespannt aufs Feedback!

Fast hätte ich auf einen sehr wichtigen Mann vergessen, der eine große Aufgabe als Brückenbauer inne hat: Herr Miklós Németh spricht die deutsche Sprache perfekt und ist zur Verständigung unentbehrlich. Gabi und József sprechen ganz passabel Englisch und einige Worte Deutsch, doch um unser Ungarisch ist es bei allem Bemühen noch immer kläglich bestellt. Herr Németh wird bei der Eröffnung anwesend sein und verbindende Worte sprechen.

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ältere Biografien:

Meine Bilder von der Vernissage am 14. September 2011, von einem kleinen Stadtrundgang und von einem Besuch in der Interaktiven Galerie von Gabi Cseh und József Papp am 15. September 2011:

http://picasaweb.google.com/110925330286889095802/SopronVernissageAMICity

Hier nur eine Auswahl davon:

Die ersten drei Bilder verdanken wir Besuchern der Ausstellung. Danke!

Bericht von der Vernissage (gs):

Im geradezu idealen Ausstellungsraum, der zum ehrwürdigen Institut für Angewandte Kunst der West-Universität Ungarn am Déak Ter gehört, fanden sich Gia, Peter und Edi Simetzberger als Repräsentanten der „österreichischen Freunde“ mit ihren ungarischen Freunden Gabi Cseh und József Papp ein, um ganz unterschiedliche Exponate zu präsentieren. József Papp ist durch ca. 70 Ausstellungen als Keramiker international bekannt. Eines seiner bekanntesten Werke ist die Blumenuhr in der Stadt Baja, der demnächst eine andere Blumenuhr aus Keramik auf einem weiteren Platz folgen wird.

Gabi Cseh zeigte feinfühlige Email-Arbeiten, einige davon in Steinplatten eingelegt. Vorgestellt wurde auch eine Arbeit einer Schülergruppe, mit der Gabi im Interaktiven Atelier in der Szinhas utca gearbeitet  hat.

Gia Simetzberger, Allround-Künstlerin, war mit kleinformatigen fröhlich-bunten Computergrafiken vertreten. Von ihr stammt aber auch die Fotoserie, die frühe Bronze-Werke des jüngsten Ausstellers, Pete Simetzberger, 17, in neues Licht rückt: Aus dreidimensionalen metallischen Winzlingen wurden relativ große Ansichten auf Fotopapier mit entsprechender Wirkung. Aus Petes Hand stammen auch zwei Computer-Collagen in Posterformat, basierend auf einem kleinen Acrylbild, das Pete am PC verfremdete bzw. in zwei Variationen neu arrangierte.

Der ältere Bruder Edi Simetzberger, 20, burgenländischer Landessieger (Jugendkulturwettbewerb 2006), zeigte typische Arbeiten seiner ersten künstlerischen Zeit – Licht-Fotografien („Light Graffiti“) und Schwarzweiß-Grafiken seiner „Circles-Serie“. Sozusagen zur „erweiterten Familie Simetzberger“ zählt Rosmarie Primes, Freundin von Edi Simetzberger, 18, und war spontan bereit, Grafiken und ein Acrylbild – das einzige handgemalte Bild der ganzen Ausstellung! – zur Ausstellung zu bringen.

Leider konnte Pete persönlich wegen seiner Ausbildung nicht anwesend sein. Rosmarie verspätete sich infolge einer ungewollten Irrfahrt durch Sopron, erschien mit Mutter, Bruder, Freundin…

Peter Simetzberger, Bauingenieur, hat eine ziemlich ungewöhnliche Künstlerkarriere aufzuweisen: Er hat ein einziges Objekt geschaffen, und dies wird auch möglicherweise das einzige Objekt bleiben. Dieses Edelstahl-Objekt wird in Sopron erstmals öffentlich gezeigt. Gabi Cseh und József Papp war es gelungen, die ganze Familie dazu zu bewegen, gemeinsam auszustellen. Auch dies ist vermutlich einzigartig.

Die Ausstellung wurde vom Direktor des Institutes für Angewandte Kunst, Herrn György Mészáros, eröffnet. Er setzte sich mit den unterscheidlichen Kunstbegriffen der „westlichen“ Länder und Ungarns auseinander, sah darin auch Inspirierendes und prognostizierte durch die EU-bedingte Öffnung eine spürbare zunehmende Annäherung des Kunstverständnisses. Er zeigte sich äußerst erfreut übe rdiese Gemeinschaftsausstellung einer ungarischen und einer österreichischen Familie, was bisher in Sopron einzigartig ist.

Als Dolmetsch fungierte während der gesamten Veranstaltung Herr Miklós Németh – eine wichtige Aufgabe!

Musikalisch umrahmt wurde die Eröffnung von einem sehr talentierten jungen Musiker, der seine eigenen Songtexte schreibt und seine Songs selber komponiert: Richárd Varga. Seine Interpretation berührte sogar uns sehr stark, die wir die Landessprache nicht verstehen. Später wurde uns erklärt, dass das erste Stück sich mit dem Inhalt der Ausstellung und den Möglichkeiten der Deutung auseinandersetzte! Inspiriert wurde der junge Mann durch einen Besuch der Interaktiven Galerie des Soproner Künstlerpaares. Interaktivität zeigte sich bald schon im Rahmen der Eröffnung.

Gabi Cseh sprach über Synchronizitäten – in der Sprache in der Bewegung – wie weit es doch Unterschiede gäbe – auch wenn alles auf den ersten Blick synchron erscheinen – wie synchon können, wollen wir sein? Sie wies auch auf das Gemeinschaftswerk einer Kinderguppe hin und befragte das Publikum, welche Emotionen sie damit verbinden. Die Antwort kam indirekt – durch eine Dankesrede einer Pädagogin, die das Projekt gemeinsam mit den Künstlern initiiert hatte. Sie schilderte, wie harmonisch die Arbeit erfolgte und dass sie den Kindern, die aus schwierigen Verhältnissen stammen, bedeutete.

Keramikkünstler József Papp ist nie um Einfälle verlegen, das Publikum einzubeziehen. Er affichierte leere A4-Blätter unter einigen seiner Keramikarbeiten und ließ die Besucher Vorschläge aufschreiben, wie das Kunstwerk zu betiteln sei. Er zeigte sich nachher beeindruckt von der Kreativität seines Publikums. Die zweite Aktion von Herrn Papp bei dieser Ausstellung war die Aufforderung an die Anwesenden – wobei in erster Linie die Kinder angesprochen waren – ihre Kreativität durch Biegen und Formen von bunten Kabeln unter Beweis zu stellen. Und siehe, allerlei Gegenständliches und Abstraktes wurde hervorgebracht und wird künftig Teil der auf Schnüren quer durchs Atelier aufgehängten „Kunstwerke“, die an solche interaktiven Aktionen bei verschiedenen Ausstellungen erinnern. Eine faszinierende Idee!

Ein ungarischer Fernsehsender war präsent, mithilfe von Dolmetsch Miklós Németh war ein Interview mit mir möglich. Wie lebt die Künstlerfamilie Simetzberger die Kunst? Das war die eine Frage. Die andere Frage war, mit kurzen Worten, was ich – in wenigen Worten – mit meiner Kunst ausdrücken will. Nun, keine schweren Fragen, aber vor laufender Kamera redet man komischerweise anders als ohne Kamera…

Entspannter plauderte es sich entschieden am Buffett weiter, das dank der köstlichen Leckerbissen sehr lecker gewesen sein musste. Wie immer bei solchen Anlässen blieb mir das Nachsehen.

Nette Überraschung für uns war der Besuch des „Mörtelmalers“ Hans Wiedeschitz mit Gattin, der den Gedanken äußerte, es könne doch auch einmal eine solche Ausstellung auf österreichischem Territorium stattfinden. Nun, was nicht ist, kann ja noch werden!

Gewiss ist: Es wird eine Forsetzung unserer freundschaftlichen Beziehung geben und hoffentlich viel weiteren künstlerischen Austausch untereinander.

 

Special thanks to:

Alkamazott Müvészeti Intészet

University of West-Hungary, Institute of Applied Arts

www.ami.nyme.hu

 

Wir danken dem Hotel Fagus für freundliche Unterstützung:

http://www.fagushotelsopron.hu/de/

Hotel Fagus, Sopron

 

 

Download der Einladung bzw. des Plakats:

Plakat in Format A3:

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